Von der Abreise
Nun habe ich genau drei Stunden geschlafen, eine davon im kümmerlichen Halbschlaf und zwei davon tief und fest, welche jedoch mit widerwärtigem Krach, den andere Leute ernsthaft als Klingelton benutzen, ein rasches Ende fanden.
Zum Glück habe ich schon gepackt und alles säuberlich und abholbereit aufgestellt. Im Packen bin ich übrigens eine große Nummer.
Ich habe 8 Unterhosen, 7 Sockenpaare, eine lange Hose, eine kurze Hose, einen Rock, drei T-Shirts, drei anderweitige Oberteile, einen warmen Pullover, zwei BHs, einen Badeanzug, ein paar Schuhe, zwei Hemden, eine Sonnenbrille, zwei Packungen Batterien, eine Kappe, die letzten drei brand eins-Ausgaben, ein Buch, einen Game Boy, einige dazugehörige Spiele, einen iPod, meinen Kulturbeutel, allerhand Medizin gegen alles, zwei Gürtel, meine schlimme Knipse, Kaffee und Schwarzbrot, drei Millionen Euro (für alle Fälle, man weiss ja nie!) und – da ich diesmal, zum ersten Mal seit vielen Jahren, ohne eigenen Rechner verreisen werde, etwas Papier und ein paar Stifte, in einen kleinen Rucksack und eine Schultertasche gestopft – natürlich ordnungsgemäß thematisch getrennt zwischen Fracht- und Kabinengepäck.
Natürlich hätte ich auch einen Koffer gehabt. Aber das Boot ist eher für flexible Gepäckstücke ausgelegt, immerhin sind wir sechs Personen, und die Reisetasche, dieses hässliche Monster, möchte ich nicht schleppen.
Die Tabletten, die ich gegen eine eventuell drohende Seekrankheit erstanden habe, sind bemerkenswert: Ihre Aufgabe ist es, von Übelkeit zu befreien – eine häufige(!) Nebenwirkung allerdings ist(!) Übelkeit(!). (Zusammen mit Durchfall, Magenschmerzen, Benommenheit, Sehschwäche etc). Sollte ich heute Nachmittag die Wahl haben, zwischen Übelkeit und Übelkeit mit Durchfall, Magenschmerzen, Benommenheit und Sehschwäche, werde ich mich wohl für ersteres entscheiden und mich – durchaus gekonnt – der See hingeben.
