Von der Abreise

Autor: Johanna Kromp am 15. September 2007 um 06:40 Uhr /

Nun habe ich genau drei Stunden geschlafen, eine davon im kümmerlichen Halbschlaf und zwei davon tief und fest, welche jedoch mit widerwärtigem Krach, den andere Leute ernsthaft als Klingelton benutzen, ein rasches Ende fanden.
Zum Glück habe ich schon gepackt und alles säuberlich und abholbereit aufgestellt. Im Packen bin ich übrigens eine große Nummer.
Ich habe 8 Unterhosen, 7 Sockenpaare, eine lange Hose, eine kurze Hose, einen Rock, drei T-Shirts, drei anderweitige Oberteile, einen warmen Pullover, zwei BHs, einen Badeanzug, ein paar Schuhe, zwei Hemden, eine Sonnenbrille, zwei Packungen Batterien, eine Kappe, die letzten drei brand eins-Ausgaben, ein Buch, einen Game Boy, einige dazugehörige Spiele, einen iPod, meinen Kulturbeutel, allerhand Medizin gegen alles, zwei Gürtel, meine schlimme Knipse, Kaffee und Schwarzbrot, drei Millionen Euro (für alle Fälle, man weiss ja nie!) und – da ich diesmal, zum ersten Mal seit vielen Jahren, ohne eigenen Rechner verreisen werde, etwas Papier und ein paar Stifte, in einen kleinen Rucksack und eine Schultertasche gestopft – natürlich ordnungsgemäß thematisch getrennt zwischen Fracht- und Kabinengepäck.

Natürlich hätte ich auch einen Koffer gehabt. Aber das Boot ist eher für flexible Gepäckstücke ausgelegt, immerhin sind wir sechs Personen, und die Reisetasche, dieses hässliche Monster, möchte ich nicht schleppen.

Die Tabletten, die ich gegen eine eventuell drohende Seekrankheit erstanden habe, sind bemerkenswert: Ihre Aufgabe ist es, von Übelkeit zu befreien – eine häufige(!) Nebenwirkung allerdings ist(!) Übelkeit(!). (Zusammen mit Durchfall, Magenschmerzen, Benommenheit, Sehschwäche etc). Sollte ich heute Nachmittag die Wahl haben, zwischen Übelkeit und Übelkeit mit Durchfall, Magenschmerzen, Benommenheit und Sehschwäche, werde ich mich wohl für ersteres entscheiden und mich – durchaus gekonnt – der See hingeben.

The Russian Guy

Autor: Johanna Kromp am 12. September 2007 um 16:28 Uhr /

Robert und ich haben vor langer, langer Zeit mal ein Lied gemacht. Es handelt von von einem Russen, der ein Eichhörnchen hat. Warum, das weiss niemand. Dieses Eichhörnchen geht dann irgendwann kaputt, weil es – dummes Eichhörnchen! – wegläuft. Als der Russe, der eigentlich ein Schotte ist und sich auch nicht im Hyde Park, sondern am Picadilly Circus herumtreibt, das Eichhörnchen findet, ist es schon ganz schön verwest und von Maden übersäht. Der Russe, also, der Schotte, ist aber nicht dumm und schnappt sich eine Made, als Substitut, die er dann in einer Schachtel aufbewahrt. Oder so was.

Dummerweise war die Zusammenarbeit mit Robert nicht so gut und bisweilen sogar unerträglich. Somit brachen wir das Ganze zeitig ab, kurz bevor ein kleines Minimal-Label großes Interesse an dem Schrott hatte und uns anbot – gegen Geld natürlich – das Ganze noch mal neu und vollständig komponiert im Studio einzuspielen. Das wäre auch bitter nötig gewesen, denn wir hatten nur den Audiorecorder. Robert war aber dagegen und ich muss sagen, wenn ich an Franz Robert Kromp denke, dann denke ich an viele, viele wunderbare Momente, denn wir sind genetisch nach ganz ähnlichem Muster,… und daran!

Hier also ein Langeweilewerk:

Ahoi!

Autor: Johanna Kromp am 12. September 2007 um 16:16 Uhr /

Ich habe Urlaub und suhle mich gelangweilt in Geldsorgen, allgemeinen Sorgen und Zeit – bis Samstag, denn dann fliege ich nach Mallorca und gehe segeln. Leider beschränken sich meine Schifffahrtserfahrungen auf triste Überfahrten mit sperrigen Fähren und manchmal wird mir auch schon mulmig, wenn ich nur die Weser überquere. Mit der Fähre, die auf dieser wirklich kurzen Strecke die abenteuerlichsten Drehungen macht oder aber auch auf Brücken, was ich überhaupt nicht leiden kann. Die Gefahr, dass ich zunächst einen Sonnenstich bekomme und kurz darauf seekrank werde, ist also nicht ganz von der Hand zu weisen. Das wird ein Abenteuer!
Hinzu kommt, dass ich zwar schwimmen kann, darin aber alles andere als routiniert bin. Ich habe nämlich Angst vor Wasser. So sehr, dass meine größte Angst beim Fliegen jene ist, mit dem Flugzeug ins Wasser zu stürzen. Die Wahrscheinlichkeit das zu überleben ist gewiss größer, als auf dem Land zu zerschellen, aber – wie ich finde – umso grässlicher.

Albert lernt (sukzessive) laufen

Autor: Johanna Kromp am 11. September 2007 um 13:42 Uhr /

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5 License. | UN.ORGANISIERTEKUNST.DE