Urlaubsversuche, erster Teil
Die erste Station unseres Urlaubs war das unbehaglich warme Brüssel. Leider hatte das an sich recht schöne und vor allem stadtnahe Hotel keine Raucherzimmer. So musste ich mir das Rauchen entweder verkneifen, oder aber mich mehr oder minder neben den Portier in den Eingangsbereich stellen. Beides machte mir natürlich eine üble Laune.
Der nächste Tag war zum Glück verregnet und deutlich kühler, so dass es dann doch noch Spaß machte, sich die Stadt anzusehen.







Am Abend kehrte eine gewisse Beruhigung meinerseits ein, die noch bis zum frühen Nachmittag des darauffolgenden Tages in Eastbourne, East Sussex, halten sollte.

Nachdem die Überfahrt auf der Fähre und sogar das Fahren im Linksverkehr eine einzige Freude war, setzte ich einiges auf das Grand Hotel in Eastbourne. Das Gebäude war sehr imposant, ein hübscher Palast, direkt am Meer. Leider – und das war der Moment, in dem ich am liebsten verrückt geworden wäre – brüstete man sich damit, entweder den neuen Gesetzen oder aber dem Zeitgeist entsprechend, ein reines Nichtraucher-Hotel zu sein.
Allgemein hielt man dort viel darauf, den Gästen kauzige Unbequemlichkeiten aufzudrängen. So war es verpönt, sich als Gentleman in den Abendstunden ohne Krawatte im Speisesaal einzufinden. Jörg sagte, das mache ihm nichts, er fände Krawatten ohnehin ganz toll. Ich hingegen sah das anders und fühlte mich fortan sehr unbehaglich, wenn ich mich absolut inadäquat gekleidet durch die muffige Lobby schleichen musste, vorbei an einem wahllos zerstreuten Haufen betuchter Rentner, um irgendwo auf dem Hotelgelände heimlich die ein oder andere Zigarette zu rauchen.

Der Strand war zwar direkt hinter der großen Straße, bestand jedoch lediglich aus grobem Kies und aufgewühltem Schlamm – der Nordsee.

Schön allerdings war unsere Erkundungstour mit dem Cabriolet, zu tollen Klippen und irgendwelchen Burgen. Letztere waren meistens so ruiniert, dass wir sie gar nicht mehr fanden. Das machte aber nichts, da allein das Fahren auf den überaus engen, fürchterlich kurvenreichen Landstraßen schon Aufregung genug war.

Das bornierte Eastbourne war eigentlich nur als Zwischenstation auf dem Weg nach Cornwall gedacht. In Cornwall, so sagte man uns, sei es sehr schön und wir waren tatsächlich sehr konform mit der Idee, den Sommerurlaub in Südengland und Wales zu verbringen.

Zu unserem Unglück jedoch ist ganz Cornwall bis auf ein paar Jugendherbergen ausgebucht und in Wales, so nahmen wir an, würde es eh nur regnen und stürmen.
Sowieso ist es eigentlich Quatsch, zwei Wochen Urlaub an Destinationen zu verbringen, die allesamt nicht mehr als ein paar Stunden Autofahrt von London entfernt und wunderbar an einem Wochenende zu erleben sind.
Aus diesem Grunde sind wir heute erstmal wieder zurück nach London gefahren, wo es sowieso am schönsten ist und haben – umrankt von einigen Diskussionen – eine Woche Halbpension auf Mallorca gebucht.
Das muss man einfach mal gemacht haben.
Das einzige Problem jedoch ist, dass ich in Bremen hauptsächlich für Wales gepackt habe. Mein Koffer ist also voll mit Wollsocken, Wollpullovern, zwei Jacken und sogar einem Schal.
(Morgen muss ich erstmal ein paar Shirts kaufen).
5 Kommentare »
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haha! großartig! blöde südengländer, das haben sie nun davon! euer geld bekommen sie nicht.
aber brüssel scheint sehr schön zu sein und niedlich und wie eine kleine französische stadt mit flair zu wirken, dafür, dass es totlangweilig sein soll.
Mallorca ist offen gestanden sogar ganz hübsch. Mit ein wenig Mühe kann man sich ganz gut vor dem Mob verstecken und schöne Landschaft sehen - viel Spaß!
du solltest sowieso mit dem rauchen aufhören, das schadet der schönheit
Brüssel ist ja gewissermaßen die europäische Hauptstadt, aber sie hat sonntags geschlossen. Das mussten wir feststellen, als wir im Sommer 2003 hindurchfuhren und uns vor dem europäischen Parlament, oder dem, was wir dafür hielten, fotografierten.
Dort war nämlich sonst niemand.
“Mallorca ist offen gestanden sogar ganz hübsch. Mit ein wenig Mühe kann man sich ganz gut vor dem Mob verstecken und schöne Landschaft sehen - viel Spaß!”
fünf mark ins phrasenschwein, lotte